© Edi­tion Kon­turen

Vor­trag, Gespräch und Buchvorstel­lung mit Jérôme Segal und Ger­ald Lam­precht

Ein Juden­tum jen­seits der Reli­gion, gibt es das? Jérôme Segal meint: Ja! Und es hat eine große Tra­di­tion. Der Autor ver­folgt die Entwick­lung säku­laren Juden­tums von Spin­oza über Aufk­lärung, Franzö­sis­che Rev­o­lu­tion und Zweiten Weltkrieg bis heute. Er berührt alle wichti­gen Aspekte des Juden­tums und rech­net mit Biol­o­gis­mus, Ras­sis­mus und Sex­is­mus ab. Er zitiert Zeu­gen wie Voltaire, Freud, Emmanuel Lev­inas oder Daniel Cohn-Bendit.

Bei seiner Unter­suchung, was ein Juden­tum bedeutet, das sich vom religiösen Glauben emanzip­iert hat, stößt er auf Werte, die für alle Men­schen verbindend sein kön­nten. Segal sucht und findet jüdis­che Leben­shal­tun­gen und die Wurzeln eines säku­laren Juden­tums, das sich durch den Wun­sch nach Bil­dung für alle und nach einer inter­na­tionalen, gren­zen­losen Sol­i­dar­ität ausze­ich­net. Er skizziert das Bild einer jüdis­chen Kul­tur, die uns alle angeht – weil sie ein­fach mod­ern ist.

Jérôme Segal, Dozent an der Uni­ver­sität Paris Sor­bonne (ESPE Paris), schreibt regelmäßig über ver­schiedene The­men aus Poli­tik und Kul­tur, zum Beispiel über die extreme Rechte in Öster­re­ich, das Kino oder die Lage der Roma in Europa. Der École Centrale-Ingenieur und Dok­tor der Geschichte hat sieben Jahre in Berlin gelebt und teilt sein Leben heute zwis­chen Paris und Wien, von wo sein Groß­vater 1938 fliehen musste.

Wann: Mittwoch, 22. Novem­ber 2017 | 19.00 Uhr
Wo: Afro-Asiatisches Insti­tut, Leech­gasse 24, 8010 Graz

Infor­ma­tion:
Karl-Franzens-Universität Graz
Cen­trum für Jüdis­che Stu­dien
Beethoven­straße 21/EG, 8010 Graz
offi ce.cjs@uni-graz.at
juedischestudien.uni-graz.at

Eine Ver­anstal­tung des Cen­trums für Jüdis­che Stu­dien der Karl-Franzens-Universität Graz in Koop­er­a­tion mit dem Afro Asi­atis­chen Insti­tut, ComU­ni­tySpirit – Graz (gefördert von BMeiA, Stadt Graz, Bil­dung & Inte­gra­tion in Graz, Diözese Graz-Seckau) und Clio – Verein für Geschichts und Bil­dungsar­beit im Rah­men des Forschungss­chw­er­punk­tes Kultur- und Deu­tungs­geschichte Europas